Mutter zu sein ist mit vielen Veränderungen, Erwartungen und Herausforderungen verbunden. Neben schönen und bereichernden Erfahrungen können Unsicherheit, Erschöpfung, Überforderung oder das Gefühl entstehen, den eigenen oder gesellschaftlichen Ansprüchen nicht gerecht zu werden. Nicht selten besteht die Vorstellung, als Mutter geduldig, fürsorglich, belastbar und möglichst selbstverständlich glücklich sein zu müssen. Gleichzeitig bleibt im Alltag häufig wenig Raum für die eigenen Bedürfnisse, Zweifel und ambivalenten Gefühle.
Diese Gruppe bietet Müttern einen geschützten Rahmen, um sich mit den unterschiedlichen Seiten des Mutterseins auseinanderzusetzen und eigene Erfahrungen offen anzusprechen. Die konkreten Themen orientieren sich an den Anliegen der Teilnehmerinnen und können daher von Gruppe zu Gruppe variieren.
Mögliche Themen sind beispielsweise der Umgang mit hohen Ansprüchen an sich selbst, Schuldgefühlen und Selbstzweifeln, gesellschaftlichen Rollenbildern und Erwartungen sowie der Frage, wie die eigene Identität neben der Rolle als Mutter erhalten oder neu gefunden werden kann. Auch Veränderungen in Partnerschaft und Sexualität, Konflikte in der Familie, Mental Load, fehlende Unterstützung, Schwierigkeiten bei der Abgrenzung und das Wahrnehmen eigener Bedürfnisse können Raum bekommen.
Darüber hinaus können psychische Belastungen rund um Schwangerschaft, Geburt und die Zeit danach thematisiert werden. Dazu gehören beispielsweise depressive Symptome nach der Geburt, Ängste, starke Erschöpfung, Gefühle von Überforderung oder Schwierigkeiten, sich in der neuen Lebenssituation zurechtzufinden. Auch ambivalente Gefühle gegenüber der Mutterschaft dürfen angesprochen werden. Die Gruppe soll einen Raum bieten, in dem nicht einem bestimmten Bild von „guter Mutterschaft“ entsprochen werden muss.
Im gemeinsamen Austausch können eigene Gedanken, Gefühle und Verhaltensmuster reflektiert und unterschiedliche Perspektiven kennengelernt werden. Die Erfahrungen anderer Mütter können entlasten, neue Impulse geben und dazu beitragen, mit den eigenen Schwierigkeiten weniger allein zu sein. Gleichzeitig können individuelle Strategien entwickelt werden, um eigene Grenzen und Bedürfnisse bewusster wahrzunehmen, Unterstützung einzufordern und einen persönlichen Umgang mit den Anforderungen des Alltags zu finden.
Ziel der Gruppe ist es, Mütter in ihrer psychischen Stabilität und persönlichen Entwicklung zu unterstützen, Selbstfürsorge und Selbstmitgefühl zu fördern und einen realistischeren, individuell stimmigen Umgang mit der eigenen Mutterrolle zu entwickeln. Dabei soll auch Raum für die Person hinter der Mutterrolle bleiben – mit eigenen Bedürfnissen, Beziehungen, Wünschen, Grenzen und Lebensvorstellungen.